Aufbruch

Die Koffer sind gepackt, es kann losgehen. Morgen macht sich wieder eine Truppe Ehrenamtlicher der Aktion pro Humanität (APH) auf den Weg nach West-Afrika, nach Benin. Eines der großen Projektaufgaben in den kommenden Tagen: die intensive Schulung des afrikanischen Personals. Die kleine endoskopische Abteilung, die Dr. Rüdiger Kerner, Chefarzt am Kevelaerer Krankenhaus, mit seiner leitenden Endoskopieschwester Hildegard Kleinen im April im Hospital der APH aufgebaut hat, soll nun eigenständig ihre Arbeit aufnehmen. „Wir freuen uns sehr auf diesen Einsatz“, so Dr. Kerner. „Die Endoskopie ist ein wichtiger Meilenstein in der medizinischen Versorgung der Menschen in dieser ländlichen Region in Benin.“ Bislang müssen Patienten mehrere hundert Kilometer Anfahrt in Kauf nehmen, um mit Glück einen Termin zur Spiegelung des Magens oder auch des Darms bekommen zu können. Die Truppe um APH-Präsidentin Dr. Elke Kleuren-Schryvers erwartet ein Mammutprogramm, u.a. werden Hans-Gerd Janssen und Heinz-Peter Angenendt, die zum ersten Mal ins Projekt reisen, um sich um die vielfältigen Aufgaben kaufmännischer Verwaltung und Administration zu kümmern.

Zur Freude der APH werden derzeit die katholischen Kliniken im Kreis Kleve mit neuen Betten versorgt – die „ausgedienten“ Betten sind alle gut in Schuss – der einzige Makel: man kann sie nicht elektrisch verstellen – für das Hospital in Gohomey in Benin kein Problem. Und so freuen sich die Aktiven der APH, Anfang des Jahres vielleicht schon einen „Betten-Container“ nach Benin zu schicken zu können.

Das erste Mal Afrika

Die Koffer sind gepackt, der gelbe Impfpass hat alle wichtigen Stempelchen, Freitag ist es soweit: Steffi Neu, frisch gekürte Deutsche Radiopreisträgerin, reist mit einer kleinen Truppe vom Niederrhein nach Westafrika, nach Benin. Seit zwei Jahren ist die Radiomoderatorin aus Keppeln Botschafterin der Kevelaerer Stiftung „Aktion pro Humanität“. Die engagiert sich seit mehr als 20 Jahren ehrenamtlich in Benin und im Niger, hat u.a. ein Hospital in Benin, in Gohomey aufgebaut. Wir haben Steffi vor der Abreise noch erwischt:

Steffi Neu1 Das erste Mal Afrika, aufgeregt?
Absolut. Mein Bruder hat, als wir Kinder waren und gestritten haben, immer gesagt: „Phh, dann geh’ ich halt weg nach Afrika.“ Und dann hab’ ich geheult und er kam wieder zurück. Insofern hat dieses „nach Afrika“ gehen für mich eine besondere Bedeutung“ (lacht).

2 Wie bereitest Du Dich vor?
Erstmal diese ganze Impf-Arie. Damit haben wir im Sommer schon angefangen. Als mein Hausarzt Achim das große Buch rausholte mit der Riesenliste von Krankheiten, die man sich da holen kann, wurd’ mir schon anders. Wir sind dann zur Tropenmedizinerin und haben das alles hingekriegt. Hoffentlich.  Ansonsten, was Vorbereitung angeht: Ich arbeite nach Anweisungen von Dr. Elke Kleuren-Schryvers, der Präsidentin der „Aktion pro Humanität“: Lange Hosen, langärmlige Shirts, „zue“ Schuhe, Käppi…

3 Worauf bist du gespannt?
Auf den ersten Moment, Afrika zu riechen. Die Luft, die Düfte, das muss ein toller Moment sein. Ich freue mich so sehr auf die Menschen. Auf Geschichten, auf Hände reichen und nach vorne gucken. Ich möchte die Not nicht als Not sehen, sondern als Ansporn, etwas zu tun.

4 Warum ist dir das wichtig?
Weil ich glaube, dass wir den Menschen in ihrem Zuhause Sicherheit, Bildung und Gesundheit geben müssen, damit sie Zuhause bleiben wollen. Das ist in heutigen Zeiten doch das A und O. Die Menschen sollen eine Perspektive haben, da wo sie leben, wo ihre Familien sind.

5 Da wird Französisch gesprochen…
 …und ich hatte es ein paar Jahre in der Schule. Ich kann ohne Probleme auf französisch Bier bestellen. Das wird mir in Benin vermutlich nicht nutzen. Es gibt bestimmt  ‘ne gute Übersetzungsapp fürs Handy… Und ansonsten: Hände, Füße, Gesicht, ich kann auch Sätze vortanzen, wenn’s sein muss. Wenn ich dann am Ende allerdings ein Bier kriege, hätte ich’s auch einfacher haben können.

Domradio … wir sind im Radio

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So kurz vor dem Aufbruch zur nächsten Benin-Reise können wir von unserem langjährigen Tun in Benin und im Niger berichten. Wir freuen uns sehr, dass wir die Möglichkeit haben, im www.domradio.de über unsere Aktivitäten berichten zu können. Einfach hinhören: Dienstag, 18.10.16, ab 10:00 Uhr im Interview mit Anja Krumpen.  Wir freuen uns drauf – sehr !!!