Liebe Freunde und Unterstützer der Aktion Pro Humanität,
 
in den vergangenen Wochen erlebten wir vor der Küste Europas den nächsten Beweis dafür, dass in unserer Gesellschaft etwas deutlich aus den Fugen geraten ist.
 
Ein Schiff, die SeaWatch3, wird zum Symbol für eine gescheiterte Politik. In Europa, in Italien, ja auch bei uns!
 
Wir schauen dabei zu, wie die rechtskonservative Regierung Italiens einen harten Kurs gegenüber der Besatzung und den aufgenommenen Flüchtlingen fahren will. Und das um jeden Preis. Die aufgenommenen Menschen, voller Frustration und Unverständnis, waren kurz davor aus dem Boot zu springen, da das Land bereits in Sichtweite lag und man dort endlose Stunden ausharren musste. Carola Rackete und ihrer Crew ist zu verdanken, dass sowohl die Menschen an Bord geblieben sind, als auch dass Sie den mutigen Schritt gewagt hat, in italienische Hoheitsgewässer einzudringen und letztlich am Hafen von Lampedusa anzulegen.
Die Besatzung des Schiffes ist daraufhin unter Hausarrest gestellt worden. Wir stellen uns auf die Seite der SeaWatch3 und fordern gemeinsam mit anderen Politikern (u.a. Bundespräsident Steinmeier), Organisationen und Personen des öffentlichen Lebens, dass jemand der Menschenleben rettet, unter keinen Umständen ein Verbrecher sein kann!
 
Wie weit wollen wir uns noch in unserem wohlhabenden Europa entfernen von Menschlichkeit, Solidarität und Hilfeleistungen?
Wollen wir nur noch ein abgeschottetes Europa sein, dem alles vollkommen gleichgültig ist? In dem Kaltherzigkeit und Menschenverachtung vorherrscht? In dem das Mittelmeer weiterhin die Todesstätte unzähliger Menschen wird, die in der Hoffnung auf ein besseres Leben versuchen nach Europa zu kommen?
 
Wir wollen uns auf ein solidarisches Europa besinnen, in dem humanitäre Werte wieder groß geschrieben werden, in dem keine Abschottung stattfindet, sondern eine gemeinsame Richtung, in der Menschen, die Notleidende retten, keine Verbrecher sind, sondern jene Mission genau erfüllen. Den Menschen zu helfen und dafür Sorge zu tragen, dass nicht weitere unzählige Menschen unnötig ihr Leben lassen.
So unterstützen wir als APH auch stark die Anliegen von Team Seebrücke, die den Notstand der Menschlichkeit ausgerufen haben, welcher am Freitag den 06.07.2019 in bundesweiten Demos zum Ausdruck gebracht werden soll.
 
 
Für die kommenden Wochen haben wir kleine Videobotschaften vorbereitet und wir verfolgen das Ziel, weiterhin einzustehen für mehr Menschenwürde. Wir werden uns weiterhin einsetzen in den ärmsten Ländern der Welt, um dort eine Perspektive zu bieten und aufzubauen. Gerade im einem unserer Einsatzländer, dem Niger, herrscht große Perspektivlosigkeit, Angst vor Terror, Angst vor der nächsten Dürre und dem damit verbundenen Hunger. Es ist eines der größten Transitländer der Erde, was den Flüchtlingsstrom angeht. Selbstverständlich müssen wir auch vor Ort Perspektiven bieten, aber die Perspektiven vor Ort, dürfen nie zum Gegenargument für menschliche Verhaltensweise in der Flüchtlingsaufnahme werden!
 
Wir wollen aber gleichzeitig auch an die Gesellschaft appellieren, sich aufzustellen gegen diese nationalistischen Ströme, gegen die Abschottung des wohlhabenden Europas und sich stark für eine unantastbare allgemeingültige Menschenwürde einzusetzen, egal woher ein Mensch stammt.
Kein Menschenleben darf uns egal sein!