Epiphan und Roland – zwei Brüder im Waisenhaus

Die Geschichte von Roland und Epiphan geht besonders zu Herzen. Vater und Mutter waren nacheinander an Aids verstorben. Zu diesen Zeitpunkt war Aids – Sida – die große, unbekannte scheckliche Krankheit. Die Dorfbewohner distanzierten sich von den Kindern und stellten nur Nahrung in die Hütte der damals 3 Jahre und 9 Monate alten Kinder.

APH nahm sich der Kinder im Waisenhaus 1 an. Es dauerte nicht lange, da war insbesondere Roland – genannt „Ro“ – der kleine Colonnel des Mannschaft. Jeder hatte den kleinen, fröhlichen Mann in sein Herz geschlossen. Und immer war da dieses fast sichtbare Band zu seinem älteren Bruder Epiphan vorhanden. Die zwei verstanden sich ohne Worte – und dies kam nicht von ungefähr, denn Epiphan hatte sein Gehör verloren und konnte sich deshalb auch nicht artikulieren.

Die beiden Jungs haben immer ein besonderes Augenmerk erfahren, denn sie haben sich im Laufe der Jahre so hervorragend entwickelt. Ephiphan geht seit einigen Jahren auf eine Gehörlosen-Schule in Togo, Roland ist selbstverständlich bei seinem Bruder und besucht auch die Schule. Betreut werden die zwei in einer Pflegefamilie.

Dr. Elke Kleuren-Schryvers berichtet: Nach mehr als drei Jahren sah ich am 23. Oktober 2008 Epiphan und Roland in Lomé/Togo, wo sie immer noch wohlbehütet bei ihren Pflegeeltern leben, wieder.

Das schüchterne, aber doch deutliche Strahlen von Epi, als er um die Ecke kam, werde ich wohl nicht so schnell vergessen. Prächtige Jungen sind sie geworden, wenngleich Roland noch immer sehr schwere Hyperaktivitätszeichen und Konzentrationsstörungen in der Schule zeigt. Nach Angaben des Vaters, der selbst ausgebilderte Pädagoge ist, kommt so etwas sehr oft als Folgezustand nach schwerer Unternährung in früher Kindheit vor.

So leidet Roland noch heute, trotz jetzt guter Ernährung, an den Folgen seines damaligen Zustandes schwerster Unterernährung.

Epiphan entwickelt sich auf der Gehörlosenschule sehr gut. Es war für mich ein tolles Erlebnis, dass man jetzt mit ihm kommunizieren kann. Wir könnten uns erstmals, seit ich Epi kenne, „unterhalten“. In Form kleiner hin und her geschriebener Briefchen. Toll!

Beide Jungen wünsche sich, in den Weihnachtsferien in Gohomey bei den anderen Waisenkindern sein zu dürfen. Die Wunsch geht wohl in Erfüllung!

Epiphan vergißt nicht, mir eine kleine Nachricht mit Grüßen für seine erste Ersatzmama in Gohomey, Mama Clotaire, mitzugeben.

Das freut mich sehr, dass auch solche heranwachsenden, pubertierenden Jungen wie Epiphan jetzt einer ist, das Zuhause, das sie aufnahm und wieder zu Menschen werden ließ, nicht vergessen. Auch nach Jahren in einer neuen Umgebung nicht.