Erzbischof Laurent Lompo, den Niederrheinern dank seiner vielen Besuche vor allem in Kevelaer ein bekanntes Gesicht, findet herzliche Worte der Dankbarkeit für die Unterstützung in den vergangenen Monaten.

„Liebe Brüder und Schwestern in Kevelaer, denen ich mich so nahe fühle, weil Ihr immer und immer wieder an der Seite der Menschen im Niger und auch an meiner Seite seid – mit Eurem Gebet und Eurem Handeln. Das Gebet benötigen wir in diesen Tagen ganz besonders. Wir gehen auf Weihnachten und das neue Jahr 2019 zu in einer Situation großer Unsicherheit, zunehmender terroristischer Gewalt, von Entführungen, Ermordungen. Vor drei Monaten wurde unser italienischer Mitbruder entführt – das bedrückt uns hier alle sehr. Die allgemeine Lage ist sehr angespannt. Die Heiligen Messen, Gottesdienste, Andachten in diesen Tagen müssen durch Militär abgesichert werden – von der Kathedrale in Niamey bis in die kleinste Sahel-Kirche. Die Schulwege der Kinder müssen ab Beginn des Jahres gesichert werden. Das alles belastet alle sehr. Dass wir in diesem Unfrieden in unserer Welt leben -so erkennen wir immer besser – liegt an der fehlenden Gerechtigkeit. Die Menschen hier haben zumeist nicht den Hauch einer Chance auf eine erfüllende Zukunft. Immer mehr Menschen wollen sich selbst das holen, was sie zum Leben benötigen. Im schlimmsten Fall und wohl zunehmend nehmen sie die Arbeit an, die terroristische und islamistische Gruppierungen ihnen gegen Geld oder Güter anbieten.
„Beten und handeln wir gemeinsam – auch in der Zukunft. Ich bin mir sicher, dass wir ihn, der in Bethlehem in diesen Tagen geboren wurde, an unserer Seite haben. Wir müssen nur achtsam sein und unseren Blick neu zentrieren – auf die Armen unserer Welt. Ihnen die Priorität geben.“

„Ich grüße Sie alle sehr herzlich und dankbar und segne Sie. Beten Sie für uns in diesen kommenden Tagen der Weihnacht, dass alle Menschen, gerade auch die Christen hier, dieses Fest erleben dürfen. + Laurent Lompo, Erzbischof von Niamey.“

Die Pfarrgemeinde St. Marien in Kevelaer hat nun einen beträchtlichen Betrag zur Unterstützung für die Menschen im Niger bereitgestellt. „Das Geld stammt aus dem Afrika-Opferstock, in den so viele Menschen ihre Geldspende während des Jahres hineingegeben hatten. Es zeigt sich wieder auf besondere Weise, wie beeindruckend groß so eine Hilfe werden kann, wenn viele einzelne Helfer und Spender mitwirken!“, so Dr. Elke Kleuren-Schryvers, die APH seit 1994 leitet. Im Niger will Erzbischof Laurent mit seinem Team nun damit vor allem die Sicherheit der Schulwege für die Grundschulkinder verbessern, um sie vor gewalttätigen Übergriffen zu schützen. Viele Kinder sind seit Monaten nicht mehr in die Schule gegangen, weil der Schulweg zu gefährlich war. In einigen Regionen sollen kleine provisorische Strohschulen errichtet werden, um die Schulwege auch kürzer zu machen. Zudem wird die Spezialnahrung für die Ernährungsstationen gekauft, damit schwer unternährte Kinder adäquat mit Nahrung versorgt werden können. Pastor Gregor Kauling, Pfarrer an St.Marien und Rektor der Wallfahrt, freut sich sehr, dass diese Hilfe für die Menschen im Niger möglich wird. „Es tut gut, das Gesicht vor Augen zu haben, welches Zuwendung und Nähe in der Ferne empfängt“.

Wir freuen uns auch mitteilen zu können, dass die Weihnachtstage im Niger glücklicherweise friedlich verlaufen sind und es keine terroristischen Übergriffe oder Anschläge gegeben hat.