Niger

Dorf im Harmatan

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Saheljunge
Saheljunge

Der Niger ist das nordöstliche Nachbarland Benins, 3,5 mal so groß wie die Bundesrepublik. Er ist ein demokratischer Binnenstaat Afrikas, der selbst keinen direkten Zugang zum Meer hat. Das Land ist ein Sahelstaat, 60% seiner Fläche sind von Wüste bedeckt. Es gibt nur eine Regenzeit im Jahr. Die Trockenzeit dauert ca. 9 Monate.

Die Mehrheit seiner ca. 16,4 Millionen Einwohner lebt im südlichen Drittel des Landes. Hier schafft die Bevölkerungsexplosion enorme Probleme, denn die Geburtenrate gilt mit 3,3 % als die höchste der Welt. 117 von 1.000 Kindern sterben vor ihrem 5 Lebensjahr (Deutschland 4 von 1.000). Die Lebenserwartung der Menschen liegt bei nur 44 Jahren.

Der Niger gehört zu den größten Uran-Produzenten der Welt. In jüngster Zeit gibt es auch Erdölfunde. Dennoch kann das Land mit seinen Menschen daraus keinen Vorteil schöpfen. Ganz im Gegenteil: Kriegerische Auseinandersetzungen zwischen der Regierung und den Tuareg bringen einen wichtigen ökonomischen Faktor für das Land zum Erliegen: es ist der Tourismus um die Wüstenstadt Agadez.
Regelmäßig kommt es im Land zu Nahrungsmittel-Engpässen; 60 % der Menschen bekommen nicht ausreichend zu essen. Die Wasserknappheit ist allgegenwärtig. Andererseits zerstören Überschwemmungen nach tagelangem Dauerregen die gerade keimende Saat.

Sahelmädchen
Sahelmädchen

Darüber hinaus ist das Land durch ein überaus hohes Analphabetentum von weit über 85% (bei den Mädchen über 90 %) gekennzeichnet.

Der überwiegende Teil der Bevölkerung sind Muslime, nur 0,3 % sind Christen. Doch der Niger ist ein positives Beispiel dafür, wie interreligiöser Dialog und das menschliche Miteinander konstruktiv gestaltet werden können.

Nähere Länderinformation auf der Seite des Auswärtigen Amtes.