Allianz der Osterhilfe vom Niederrhein

Eine Allianz der Hilfe formiert sich in diesen Tagen wieder am Niederrhein. Gemeinsam mit Partnern schickt die in Kevelaer ansässige Stiftung Aktion pro Humanität (APH) Hilfe in den Jemen und nach Mosambik. Tatkräftig unterstützt wird APH dabei wieder einmal von der Stiftung der Familie Seibt aus Wesel-Flüren (Grav Insel) und dem Medikamentenhilfswerk action medeor in Tönisvorst.

Knapp 14 Tage nach dem schweren Zyklon „Idai“ in Mosambik steigt die Zahl der Opfer immer noch. „Das Internationale Rote Kreuz berichtet zudem von ersten Cholera-Fällen„, so die Kevelaerer Medizinerin und APH-Vorsitzende Dr. Elke Kleuren-Schryvers.  Mehr als eine halbe Million Menschen sind in Mosambik von der Überschwemmungs-Katastrophe betroffen, und es soll weiter regnen. Die Verkehrswege sind weitestgehend zerstört. Malaria und Durchfallerkrankungen breiten sich aus.

Die Kevelaerer Ärztin steht in Kontakt mit Bernd Göken vom Komitee Cap Anamur. Das Team von Cap Anamur ist in Mosambik eingetroffen und sondiert die Lage in Beira. „Als erstes soll eine mobile Klinik in den Elendsvierteln von Beira ihre Arbeit aufnehmen„, so Kleuren-Schryvers. So schnell wie möglich soll diese Einheit dann auch in den umgebenden Gebieten ihren Dienst leisten. Hierfür wird ein Arzt/eine Ärztin aus Deutschland gesucht, der oder die vor Ort helfen. Neben der dringlichen Medikamentenversorgung werden drei mobile Trinkwasseraufbereitungsanlagen incl. Chlortabletten benötigt und ein gebrauchtes 4×4 Allradfahrzeug, um als mobile Klinik zu den Menschen gelangen zu können. Im zweiten Schritt der Hilfe plant Cap Anamur, ein Distriktkrankenhaus zu rehabilitieren. Der Standort muss noch identifiziert werden. Außerdem müssen Trinkwasserbrunnen für die Bevölkerung rehabilitiert werden. Die Aktion pro Humanität kann dafür bisher insgesamt 5.000 Euro bereitstellen. Die Stiftung der Familie Seibt spendete bereits 20.000 Euro für diese Aufgabe.

Der Hilferuf aus Mosambik erreichte die APH just in dem Moment, als sie beim Medikamenten-hilfswerk action medeor in Tönisvorst die Hilfspakete für den Jemen auf den Weg brachte. In dem von Krieg zerstörten Land leiden die Menschen – vergessen von der Welt – vor allem auch in den Flüchtlingslagern an Hunger und Krankheiten.

Gemeinsam mit der Seenotrettungsorganisation „MOAS“, die demnächst ihr zum schwimmenden OP umgebautes Schiff  „Phoenix“ in den Hafen von Aden entsenden will, wird die Aktion pro Humanität mit Kooperationspartnern vom Niederrhein, darunter erneut die Stiftung der Familie Seibt aus Wesel-Flüren, helfen.

27 Tonnen Edesia’s Plumpy Doz proteinreiche Fertignahrungsergänzung gegen Mangel- und Unterernährung von Kindern und eine Medikamenten-Fracht im Gesamtwert von knapp 127.000 Euro ist nun bereits in Richtung Jemen unterwegs. action medeor unterstützt schon seit vielen Jahren Hilfsprojekte im Jemen. Die Fracht soll um Ostern in Aden anlanden. Im Jemen werden die Hilfsgüter an drei Krankenhäuser, 47 Gesundheitseinrichtungen und fünf mobile Kliniken im Süden des Landes verteilt – in den Regionen Lahj, Abyan, Al Dhalee und Aden.

Die Seibt-Stiftung (15.000 Euro) und APH (10.000 Euro) steuern 25.000 Euro Soforthilfe bei.  Auch hier sind unter den medizinischen Hilfsgütern vor allem Medikamente gegen Cholera, Durchfallerkrankungen aber natürlich auch Antibiotika, Vitaminpräparate, Medikamente gegen Haut- und Augenerkrankungen sowie Medikamente gegen Pilzinfektionen.

Wenn wir helfen können, wenn wir qualifizierte Nothilfe leisten können, sind wir immer dabei„, begründet Frank Seibt von der Grav-Insel in Wesel-Flüren das besonderer Engagement der Seibt-Stiftung für die Allianz der Osterhilfe vom Niederrhein.

Und Dr. Rüdiger Kerner, stellv. Vorstandsvorsitzender der APH: „In Anbetracht der Dimension der Not der Menschen im Jemen und in Mosambik ist es gut zu wissen und zu spüren, dass wir uns hier am Niederrhein dem Leid der Menschen in der Welt in Krisensituationen nicht verschließen, nicht gleichgültig werden und Mitmenschen an der Seite haben, die diese Philosophie der Menschlichkeit absolut zu 100 Prozent mittragen!

Wer mithelfen möchte: Aktion pro Humanität hat Spenden-Konten eingerichtet bei der Volksbank an der Niers und bei der Sparkasse Kleve. Stichwort „Nothilfe Jemen“ und „Nothilfe Mosambik“.