Mikrokredite

_dorfalltagDie Vergabe von Kleinstdarlehen sichert Frauen und deren Kindern den Aufbau einer kleinen Existenz und hilft ihren Lebensalltag (ob mit oder ohne HIV-Infektion) wirtschaftlich eigenständig zu gestalten.

Das Ergebnis ist frappierend: Bei 27 Frauen, die an dem Programm teilnahmen und einen Mikrokredit von 20.000 CFA (ca. 30 Euro) bekommen haben, sind nur einige wenige aus dem Projekt ausgeschieden. Die Mehrheit der Frauen bauten sich mit diesem Mikrokredit ihren eigenen Handel auf (Zucht bzw. Ankauf / Verkauf von Geflügel, Fisch, Seife, Eier, Gebäck, Maniok, Chili, Tomaten).  Andere betreiben kleine landwirtschaftliche Projekte oder haben sich ein Handwerk wie z.B. einen Friseur-Salon aufgebaut. 38 % der am Kredit teilnehmenden Frauen sind zwischen 20 und 30 Jahren alt. 48 % gehören der Altergruppe zwischen 30 und 40 Jahren an. Jünger als 20 Jahre und älter als 40 Jahre sind jeweils nur etwa 8-9 %.

Mikrokredite helfen den Frauen ihr Leben eigenständig zu führen und langfristig ein ausreichendes Einkommen für die Familien zu erwirtschaften. Diese Kleindarlehen an Menschen, die normale Geldinstitute als nicht kreditwürdig einstufen, tragen so zur Verbesserung des regionalen Wirtschaftskreislaufes bei.

Das für dieses Projekt zirkulierende Finanzvolumen beträgt derzeit 5.500 Euro. Damit lässt sich diesen Frauen mit einer durchschnittlichen „Kredit-Investition“ von 28 Euro – zunächst einmalig- eine hervorragende Hilfestellung geben.

Gut 200 Frauen nehmen am Mikrokredit-Projekt teil. Aktion pro Humanität hat mit diesem Projekt nur gute Erfahrungen gewonnen. Gerade die gute Überschaubarkeit und Praktikabilität dieser Förderung findet bei Spendern große Akzeptanz, so dass das Projekt finanziell ausgeweitet werden konnte.

Heute werden neben Einzelkrediten vornehmlich Gruppenkredite im Solidarprinzip vergeben. Dies ermöglicht eine effizientere Rückzahlung, auch wenn die Frauen oder deren Kinder einmal erkranken.

Der Friedensnobelpreisträger von 2006 Muhammad Yunus, auch Bankier der Armen genannt, beschreibt diese positiven Erfahrungen mit Gruppen-Krediten in dem Buch „Für eine Welt ohne Armut“.

Ein Team bestehend aus zwei Sozialarbeitern und wenigen Hilfskräften organisiert und kontrolliert das Projekt unter fachkundiger Anleitung von Experten. Die Frauen können sich an diese Team-Mitglieder wenden, wenn sie Probleme oder Fragen haben bzw. zu Zukunftsstrategien beraten werden möchten. Mittlerweile haben einige Frauen den ersten Kredit zurückgezahlt und bitten zur Expansion ihrer Geschäfte um den nächsten Kredit.

So finanzieren die Frauen nach ihrer Erholung durch die Aids-Medikamente, ihren Lebensunterhalt sowie den ihrer Kinder und werden damit unabhängig von Lebensmittelhilfe und übrigen Hilfestellungen.