Aids-Therapie

_aufkl_rungsgruppeWegen der katastrophalen Unterversorgung hat APH ihre gesamten Ressourcen eingesetzt, um die tatsächlichen Voraussetzungen für eine wirkungsvolle Behandlung ihrer Patienten zu schaffen.

Sehr förderlich für die Entwicklung der AIDS-Therapie war die Aufnahme einer Kooperation mit zwei Partnern, die die Arbeit von APH maßgeblich förderten. Das ist einerseits für die AIDS – Diagnostik Prof. Dr. Wolfgang Göhde von der Universität Münster, andererseits das Medikamentenhilfswerk action medeor“. Prof. Göhde entwickelte ein Flow-Cytometer zur kostengünstigen, sicheren und einfachen Bestimmung von CD4-Zellen. APH erwarb 2003 ein solches Gerät.

Die Messbarkeit der Anzahl der CD4-Zellen erlaubt dem Behandelnden eine Aussage über den Immunstatus des Patienten und die Effektivität der Behandlung. Der Preis für eine solche Untersuchung ist mit zwei Euro unvorstellbar niedrig. Bisherige Techniken erforderten das 20-fache pro Untersuchung. Damit waren sie für den Einsatz in Benin unerschwinglich teuer. Der Nutzen des von APH eingesetzten CyFlow zeigt sich auch daran, dass auch Großorganisationen wie „Ärzte ohne Grenzen“ dieses Gerät über das Centre Médical Gohomey zur CD4-Zellenbestimmung ihrer eigenen Patienten mitnutzten.

APH betreut in der Krankenstation dauerhaft rund 800 AIDS – Patienten (2008); 400 davon stehen unter der speziellen antiretroviralen Aids-Therapie. Tendenz steigend, monatlich kommen momentan 10-15 Patienten für die Tri-Therapie hinzu.

Prof._G_hdeIn der AIDS–Therapie kooperiert APH mit dem deutschen Medikamenten­hilfswerk action medeor. Durch diese Partnerschaft standen in den ersten drei Jahren antiretrovirale Medikamente für den Bedarf in der Krankenstation zur Verfügung. Sie wurden von der action medeor finanziert. Heute werden die Medikamente über das nationale Aidsprogramm bezogen.

Dabei waren die Anfänge der Betreuung wirklich beschwerlich. Erst 2004 erhielt APH die staatliche Erlaubnis zur antiretroviralen Therapie. Der Kampf um diese Erlaubnis hatte sich so lange hingezogen, weil der Beamtenapparat im staatlichen AIDS–Institut die Arbeit der APH anfänglich als unerwünschte Konkurrenz angesehen hatte. Man wollte lange nicht eingestehen, dass eine kleine ONG möglicherweise die Voraussetzungen für eine wirksame Therapie effektiver und schneller geschaffen hat als der Staat mit seinen größeren Möglichkeiten. Heute hat sich das Centre Médical Gohomey neben der Universitätsklinik in der Hauptstadt Cotonou und dem großen Krankenhaus St. Jean de Dieu in Tanguita, im Norden Benins als drittes AIDS – Zentrum in der Republik Benin etabliert und erfährt auch seitens des Gesundheits-Ministers größte Anerkennung.