Im Februar 1999 wurde der erste Bauabschnitt des Projektes „Jardin des Enfants“ – Garten der Kinder – seiner Bestimmung übergeben. Schon bei Errichtung des ersten Waisenhauses stand fest, daß 36 Kinder mit drei „Mamas“ in drei Häusern ihr Zuhause finden sollten.

Was will der „Jardin des Enfants“?

Beninische Kinder, die aus den unterschiedlichsten Gründen (Krankheit, Behinderung, Desozialisierung und Vollwaisenstatus, Mangel- und Unterernährung) in einer schwierigen und bedürftigen Situation sind, finden vorübergehende oder dauerhafte Aufnahme und Hilfe.

Es gibt Kinder, die werden sozial ausgegrenzt. Das kann bei Behinderungen, Missbildungen oder Krankheiten sein. Es kann auch rein wirtschaftliche Gründe haben, denn Tage ohne essen für Erwachsene und Kinder sind keine Seltenheit. Fakt ist: es gibt Familien, die sich der Verantwortung für ihre Kinder entledigen.

Um solchen „Missbrauch“ der Waisenhäuser als bequeme Abgabestelle für die immer noch zu vielen Kinder in den Familien zu vermeiden, müssen für die Aufnahme in das Projekt sehr differenzierte und „harte“ Kriterien angelegt und umfangreiche Recherchen auf unterschiedlichsten Ebenen durchgeführt werden. Heute werden die Kinder nur noch in enger Zusammenarbeit mit dem Sozialministerium aufgenommen. In den Anfängen hat diese Arbeit unser beninischer Projektleiter, Nestor Boulga, geleistet. Er hat als Soziologe exakte Aufnahmekriterien für die drei unterschiedlichen Projektsparten des „Jardin des Enfants“ festgelegt. Exemplarisch für das Vorgehen im gesamten Land gibt es seit 2008 eine sehr enge Kooperation mit dem beninischen Familienministerium, die sich bis in die Kommune hinein erstreckt. In dieser Partnerschaft werden vor allem Fragen und die praktische Durchführung der Themenbereichen von Sozial-Recherche, Rückintegration der Kinder in ihre Restfamilien, Regelung rechtlicher Themenkomplexe sowie die Stärkung der Kinderrechte und die Regelungen zum hochbrisanten Thema „Adoptionen“ gemeinsam bearbeitet.

Die Rückintegration älterer Waisenkinder zurück in ihre Restfamilien ist der Ministerin ein sehr wichtiges Anliegen, damit diese Kinder und Jugendlichen nicht den Anschluss an ihr reales Lebensumfeld verlieren.

Die Überwachung der physischen und psychischen Entwicklung der Kinder erfolgt stets gemeinsam mit den staatlichen Institutionen des sozialen Dienstes. Unser APH-Sozialarbeitern Dieudonné Bouba aus dem Tschad, ist inzwischen beninischer ProjektverantwJean und Elkeortlicher für alle sozialen Projektaufgaben. Er arbeitet sehr professionell und engagiert.

Der „Jardin des Enfants“ hat mit Kinderkrippe, Waisenhaus und Dorfbetreuung insgesamt hat drei Säulen.

Hier erzählt uns Jean seine Geschichte. Er kam mit seiner hiv-positiven Mutter nach Gohomey. Und lebt heute dort als eines der Waisenkinder.